Missionskreis
Seelsorgeeinheit St. Maria/Heilig Geist beginnt Partnerschaft mit Gemeinde in Bolivien als neues Missionsprojekt – am 06. Mai Filmabend für Jugendliche
„Parroquía Cruz Gloriosa“ – ‚Pfarrgemeinde zum glorreichen Kreuz‘ lautet der Name der bolivianischen Kirchengemeinde in Barrio Kami in Bolivien, mit der die Seelsorgeeinheit St. Maria/Heilig Geist Anfang des Jahres eine neue Partnerschaft begonnen hat. „Es geht dabei um die Begegnung auf Augenhöhe“ betont Pfarrer Benno Ohrnberger. „Denn Partnerschaft bedeutetet: wir sind nicht nur die Gebenden, sondern auch die Empfangenden.“ Mit einem Filmabend im Gemeindehaus St. Maria am Freitag, 06. Mai, soll nun das Interesse der Jugendlichen in Weingarten für die Menschen in Barrio Kami geweckt werden. „Schreibe mir Postkarten nach Copacabana“ heißt der bayerisch-bolivianische Film aus dem Jahr 2009, in dem das Leben und die Sehnsüchte eines 14jährigen Mädchens im bolivianischen Hochland am Titicacasee zwischen Tradition und Moderne, zwischen Naturreligion und christlicher Autosegnung beschrieben werden.
Die Gemeinde Cruz Gloriosa in Barrio Kami, eine mittlerweile auf 31 000 Einwohner angewachsene Siedlung, umfasst 33 kleine Basisgemeinden, die alle zur selben Pfarrei gehören. Sie ist benannt nach einem großen Stahlkreuz, das anlässlich des Papstbesuches 1985 an einer Straßenkreuzung errichtet und Mittelpunkt von Barrio Kami wurde. Die Siedlung gehört zum Bezirk Cochabamba, der viertgrößten Stadt Boliviens, am Rande des 3500 m hoch gelegenen Andenhochlandes. Trotz seines Reichtums an Bodenschätzen ist Bolivien ein Entwicklungsland mit einem der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika. Hauptursache ist die einseitige Abhängigkeit der Wirtschaft vom Bergbau. Abgebaut wird vor allem Zinn und dessen Nebenprodukt Silber, jedoch ist die Förderung wegen der Erschöpfung der Minen und des Preisverfalls an den Weltmärkten seit Jahren rückläufig. Nach der Aufgabe vieler Silberminen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts waren es hauptsächlich ehemalige Bergarbeiter, die sich in Barrio Kami in der Hoffnung auf ein besseres Leben angesiedelt haben und nun überwiegend als Tagelöhner arbeiten. Ein Großteil der Bevölkerung ist indigen und gehört zur Volksgruppe der Quechua – Indianer, was in Gottesdiensten und religiösen Traditionen zu spüren ist. Eine Verbindung nach Deutschland gibt es bereits: die Gemeinde Cruz Gloriosa wurde 2009 von dem in Bamberg geborenen und seit 25 Jahren in Bolivien lebenden deutschen Pater Manfredo geleitet.
In der bolivianischen Kirchengemeinde Cruz Gloriosa gibt es viele unterschiedliche Gruppen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich regelmäßig treffen. Gruppen, die handwerklich tätig sind, wie z.B. Frauen, die hübsche Stickbilder mit Blumen oder Tiermotiven für Postkarten herstellen, aber auch solche, die sich um die Bildung Jugendlicher und Erwachsener kümmern, den Schulkindern Nachhilfe geben. „Die Menschen in Barrio Kami sind lebensfroh und herzlich und wünschen sich vielfältige Kontakte nach Weingarten“ erklärt Verena Rauch. Bereits zur Wiedereröffnung der Marienkirche in Weingarten schickte die bolivianische Gemeinde ihre Segensgrüße nach Weingarten, festgehalten auf einer kleinen Bronzetafel, die in der Marienkirche angebracht ist.
„Menschen, die durch den gemeinsamen Glauben verbunden sind, aber aus verschiedenen Kulturkreisen kommen, sollen die Möglichkeit haben, einander kennenzulernen, zu achten und zu schätzen – das sind die Ziele des neuen Projekts“ betont Marianne Doser vom Ausschuss Mission-Entwicklung -Frieden von St. Maria, die das Projekt für die Gemeinden St. Maria und Heilig Geist betreut. Schon länger hat sich der Arbeitskreis mit der Frage beschäftigt, wie man in heutiger Zeit ‚Eine-Welt-Arbeit‘ leisten kann und will. Geknüpft wurden die Kontakte nach Barrio Kami von Verena Rauch, die viele Jahre in Guatemala und Bolivien gelebt hat und heute Lehrerin am Gymnasium Weingarten ist
Weitere Informationen zu dieser Partnerschaft gibt es bei Marianne Doser, Vorsitzende des Arbeitskreises Mission-Entwicklung-Frieden von St. Maria (Tel. 42376).
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"Schreib mir Postkarten nach Copacabana". Am 6. Mai, um 18 Uhr war es so weit. Minis folgten der Einladung zum Kinoabend. Zur Begrüßung wurden leckere, bunte, phantasievoll dekorierte Cocktails gereicht. Dies ließ die Stimmung und die Vorfreude auf den Film steigen. Außerdem wurde reichlich Auswahl an Fingerfood - ein Augenschmaus - geboten. Inzwischen konnten die Jugendlichen auch die Gegenstände in Augenschein nehmen, die Frau Rauch dekoriert hatte, z. B. den bolivianischen Gott, dem alle persönlichen Wünsche angeheftet werden, der im Film auch wichtig wird. Nun hieß es: Film läuft. Der Film beeindruckte die Zuschauer: die Liebe zwischen einer bolivianischen Großmutter und einem bayerischen Großvater, Fernweh und Liebe der Enkelin, Religionen, Lebensweisen in Bolivien, die Landschaft, die Höhe der Anden ...
Viele Fragen taten sich auf, die Jugendlichen formulierten sie auf Zettel.
Diese Fragen werden den Ministranten in Barrioi Kami, unserer Partnergemeinde zugesandt.
Die Minis wollen E-Mail Kontakt aufnehmen.
Einen Tag später schauten die Ministranten in Barrio Kami den selben Film an. Wir sind gespannt, welche Fragen sie haben.
Frau Rauch, Frau Fricker, Herrn Nassal herzlichen Dank für die gelungene Organisation!
M. Doser
Mission – Entwicklung – Frieden
Die Unterstützung von Dorfbau Indien beendeten wir am 30.01.2011 im Gottesdienst in St. Maria. Herr Pfarrer Ohrnberger sprach über die Notwendigkeit dieser Hilfe und bedankte sich für die zahlreichen Spenden.
Während vieler Jahre hat Frau Sabine Schilling den Arbeitskreis geleitet und mit viel Engagement und Ideen den Dorfbau bekannt gemacht und gefördert.
Wir erhielten auch ein Dankschreiben von Herrn Ronald Nachbauer, dem Koordinator für die VRO in Deutschland, der selbst als Freiwilliger in Indien in den Dorfhandwerksschulen mitarbeitete. Er schreibt, dass Dank unserer Hilfe 32 Familien von Lakshmthanda und 44 Familien von Ganyanaikthanda, jeweils im Bundesstaat Andrah Pradesh, Distrikt Nalgonda, in ihre neugebauten Häuser einziehen konnten.
Außerdem galt unsere Unterstützung den Kindergärten, Ausbildungs- und Gesundheitszentren im Distrikt Nalgonda.
„Seit 1997 bis heute sind Sie in Weingarten den Dorfbewohnern und den Freiwilligen in den indischen VRO - Dörfern in Freude und Krise zur Seite gestanden. Damit haben Sie dazu beigetragen, einen neuen, alternativen Ansatz im Verständnis von Kirche und Mission zu entwickeln und umzusetzen. Im Namen vor allem der Menschen in Indien und der VRO danke ich für Ihre Treue, Ihre Arbeit und dem Beispiel, das Sie gegeben haben.
Ich habe gehört, dass Sie mit Ihrer Arbeit nicht aufhören wollen, sondern mit frischer Kraft neue Ufer ansteuern“.
Ja, wir steuern neue Ufer an, eine Partnerschaft mit Bolivien, der Gemeinde Cruz Gloriosa. Während des Gottesdienstes feierten wir auch deren Beginn. Diakon Jose von Cruz Gloriosa ließ uns wissen, dass sie auch an diesem Sonntag in ihrer Gemeinde den Beginn der Freundschaft mit Weingarten feiern werden. Herr Ohrnberger erwähnte, dass wir hier und in Bolivien dasselbe Evangelium lesen, die Seligpreisungen. Frau Rauch verglich die Partnerschaft mit Seifenblasen: bunt, schillernd, schenken Freude, man kann sie vermehren, sie sind zerbrechlich.
(Ausführlicher Bericht über Cruz Gloriosa folgt)
Für den Ausschuss „Mission-Entwicklung-Frieden: Marianne Doser
Partnerschaft der Pfarreien St. Maria und Hl. Geist mit der Pfarrei Cruz Gloriosa in Bolivien
Am Missio-Sonntag (23.10.11) wurde im Gottesdienst das Partnerschafts-Logo für unser neues gemeinsames Missionsprojekt mit der Gemeinde Cruz Gloriosa in Cochabamba, Bolivien, vorgestellt. Die Graphikerin Andrea Sauter aus der Gemeinde St. Maria hat es für uns entworfen.
Herr Ralf Nassal deutete in der Predigt die drei Symbole für unsere Gemeinden in ihrer theologischen Aussage und in der angestrebten Beziehung unserer Gemeinden untereinander. Seine Wünsche und Hoffnungen für unsere bevorstehenden Begegnungen auf unserem Weg der Gemeindepartnerschaft fasste er am Ende seiner Ausführungen wie folgt zusammen:
1. dass wir uns immer mehr getrauen können, uns unmaskiert unsere Lebensgeschichten zu erzählen.
2. das wir wachsam und offen werden für die Lebensgeschichten unserer Mitmenschen, gerade auch derer in Bolivien.
3. dass wir als Christen und als Kirchengemeinden immer wieder verwandelt werden, um kreativ und lebendig zu neuen Horizonten aufbrechen zu können.
Nach dem Gottesdienst war im Rahmen eines Stehempfangs Gelegenheit zu Gespräch und Austausch gegeben. Produkte aus fairem Handel und Handarbeiten einer Frauengruppe aus unserer Partnergemeinde wurden angeboten und fanden regen Absatz.
Brigitte Maihöfer
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Grußbotschaft aus Bolivien [28 KB]



























